Das Schuljahr hat kaum begonnen – und schon geht es wieder los … die Euronen aus dem Geldbeutel der FantaMama verschwinden nur so. Alle Naselang kommt ein anderes der FantaKinder mit Eurozeichen in den Augen und dem Satz „Mama, ich brauche … “ – wobei die Kinder ja gar nichts dafür können.
Ganz abgesehen von den zu Schuljahresbeginn sowieso notwendigen Anschaffungen, z.B. Hefte (von denen man sowieso nie die zu Hause hat, die sich die einzelnen Lehrer gerade für ihr Fach wünschen – groß, klein, liniert, kariert, ganz ohne, mit weißen Rand, mit Doppelrand, ohne Rand, …) – wahlweise Schnellhefter in Papier oder Plastik, große/kleine, zwei- oder dreispaltige Vokabelhefte, Umschläge aller Farben oder zu ersetzende abgemalte/abgeschriebene Stifte, zerbrochene Lineale/Geodreiecke, defekte Zirkel, in den unendlichen Schulweiten verlorene Radiergummis, und vielem anderem mehr – wird genau jetzt natürlich der erste Wandertag angeordnet.
Ein „Wander“tag, an dem kaum eine moderne Schulklasse noch wandert – auch im Hause Fanta nicht. Das jüngste Kind fährt zum x-ten Mal ins Urweltmuseum nach Bayreuth, das mittlere Kind nach Nürnberg – wahrscheinlich in den Zoo (da war die Klasse ja erst letztes Jahr!) – das große Kind wandert tatsächlich! Eins von dreien, immerhin!
Selbstverständlich stehen auch bereits die ersten Klassenfahrten an. Der Jüngste fährt im Oktober drei Tage ins Schullandheim – damit sich die Klasse besser kennenlernt (die Klasse besteht zwar zu 75 % aus seiner alten Klasse – und die war erst letztes Jahr im Schullandheim, aber …), der Mittlere hat diesen Winter zum zweiten Mal Skikurs, der Große darf sich auch im Oktober “besinnen“ – bei den „Besinnungstagen“ im Schullandheim … natürlich auch zur Festigung der Klassengemeinschaft u.ä. – in der 10. Klasse, die dank G8 nächstes Jahr sowieso auseinandergerissen wird. Zum hat Thema Schüleraustausch hat bisher noch keiner „Hier! Ich!“ gerufen … .
Naja, wenigstens die Bücher für die Fremdsprachen hat die FantaMama glücklicherweise bereits zu Ferienbeginn käuflich erworben – wobei die tatsächlich auch ausgeliehen werden könnten … also, selber schuld! Nicht ausgeliehen werden können allerdings die diversen Workbooks, Sprach-CD´s und grammatikalischen Beihefte. Nicht ausgeliehen werden können in der Regel auch die Lektüren … aber die kommen wenigstens über das Jahr verteilt und nicht schon gleich zu Schuljahresbeginn.
Unbedingt am Anfang ist natürlich auch ein Atlas von Nöten – eine Anschaffung für´s Leben, versichern die Erkunde-Lehrer den Fünftklasseltern jedes Jahr wieder (warum stehen bei uns dann eigentlich schon drei von der Sorte im Schrank?! Richtig – die UDSSR, Jugoslawien usw. hatten ja nicht ewig Bestand) … und den sie dann schon der 6. und 7. Klasse erstmal wieder im Schrank verschwinden lassen können – da gibt es nämlich keinen Erdkundeunterricht.
Auch Tusche, Citofeinzeichenfedern und -Halter müssen sofort her (natürlich zusätzlich zum MarkenFarbkasten, Pinsel Nr. … und …, Bleistift 2 B und Zubehör) … wann damit gearbeitet wird, interessiert nicht. Nach zwei Kindern, die die gleiche Lehrkraft im gleichen Fach an der gleichen Schule hatten, weiß ich zwar, dass das Ereignis voraussichtlich nicht vor dem Halbjahr stattfinden wird – aber warum ich die Utensilien schon jetzt kaufen muss, weiß ich leider immer noch nicht … . Vielleicht bin ich nach dem dritten Kind ja schlauer … .
Ohne jammern zu wollen - aber daran, dass Eltern ihr Geld mit Arbeiten verdienen müssen und es zu Schuljahresbeginn kein Extra-Gehalt für Eltern schulpflichtiger Kinder gibt, denken die Herrschaften, die dergleichen verlangen/anordnen, offensichtlich nicht.
Wie, bitteschön, mag es denn da Alleinerziehenden und dem „Prekariat“ (ein Unwort!) gehen, bei denen das Auskommen mit dem Einkommen vielleicht nicht so ganz einfach ist *Ironiemodusaus*? An Chancengleichheit und Recht auf Bildung für alle mag ich da nicht mehr wirklich glauben …